Februar 2020

[vdav] plädiert für die Beibehaltung der Teilnehmerverzeichnisse als Universaldienstleistung

Teilnehmerverzeichnisse stellen die Erreichbarkeit für alle Marktteilnehmer sicher und vermitteln den KMU über 30 Milliarden Euro Umsatz im Jahr

Um die Vorgaben der Richtlinie EU 2018/1972 (EECC), des sog. Telekom-Kodex, umzusetzen, muss u.a. das Deutsche Telekommunikationsgesetz novelliert werden.

Diese Umsetzung soll bis zum Jahresende 2020 vollzogen sein.

Wie wir aus ersten Anhörungen und Gesprächen mit Vertretern der beteiligten Ministerien, des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWI) und des Bundesministeriums für verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) erfahren mussten, ist hier u. a. geplant, die Teilnehmerverzeichnisse zukünftig nicht mehr als Universaldienstleistung einzustufen. Dies entspricht zwar grundsätzlich dem Inhalt des Art. 84 des EU-Telekom-Kodex, jedoch wird den Mitgliedsstaaten in Art. 87 explizit die Möglichkeit eröffnet, anders zu entscheiden, wenn „die Notwendigkeit solcher Dienste angesichts der nationalen Gegebenheiten festgestellt“ wird.

>> Gestaltungsrahmen durch die EU angesichts nationaler Interessen möglich und gewollt

Insbesondere für die 40% der deutschen KMU, die über keine eigene digitale Präsenz verfügen, stellen die Teilnehmerverzeichnisse die einzige Möglichkeit dar, etwa in Suchmaschinen oder anderen digitalen Angeboten von potentiellen Kunden gefunden werden zu können. Diese digitale Teilhabe wird derzeit von keinem anderen Medium abgesichert, nur durch die Teilnehmerverzeichnisse erhalten diese KMU eine kostenfreie Grundsichtbarkeit im Netz.

Zudem verfügen die Teilnehmerverzeichnisse über eine größtmögliche Vollständigkeit und bilden damit im Gegensatz zu anderen digitalen Angeboten ein umfassendes Bild aller in Frage kommenden Anbieter und Kommunikationspartner ab, ohne bestimmte Anbieter oder Branchen zu reglementieren oder gar auszuschließen.

Die etablierten Anbieter haben in den letzten fünf Jahren nicht zuletzt aufgrund der im europäischen Vergleich höchst restriktiven Eintragungsmodalitäten, des zurückhaltenden Verhaltens der Carrier, für die Teilnehmerverzeichnisse lediglich kostenverursachendes Übel sind und den dadurch entstandenen quantitativen Verlust von Eintragungen rund 30% ihrer für die Finanzierung der Angebote notwendigen Werbeumsätze eingebüßt.

Dies könnte kurz- und mittelfristig tatsächlich dazu führen, dass in Gebieten mit sehr geringem Umsatz mit der Einstellung verschiedener Angebote zu rechnen sein könnte. Aufgrund der Marktsituation ist zudem nicht unbedingt damit zu rechnen, dass so zwangsläufig entstehende Versorgungslücken von alternativen Anbietern gedeckt werden könnten.

Die davon betroffenen KMU wären im Netz nicht mehr auffindbar, da ihre Daten nicht publiziert würden.

Daher ist zwischen der Notwendigkeit, die Verzeichnisse in gedruckter Form erscheinen zu lassen und dem Zugang und dem Recht der KMU, diese kostenfrei und ohne zusätzlichen Aufwand auch im Internet zu publizieren, zu unterscheiden.

Im Sinne des Verbraucherschutzes ist zudem eine möglichst große Auswahl gerade an lokalen und regionalen Anbietern als Gegengewicht zu den globalen Plattformdiensten ordnungspolitisch gewollt, zumal auf diese die Daten ohne die Bereitstellung über die Teilnehmerverzeichnisse zum größten Teil ebenfalls nicht mehr zugegriffen werden könnte.

>> Anspruch auf kostenfreie und ungebündelte Sichtbarkeit im Internet für über 40% der KMU in Gefahr - drohender Verlust regionaler Umsätze und Identitäten

Für eine flexibel den Notwendigkeiten angepasste Beibehaltung der Teilnehmerverzeichnisse auch in Printform spricht, dass gerade für ältere Mitbürger/innen diese oft aufgrund ihrer noch nicht vorhandenen digitalen Teilhabe die einzige Möglichkeit darstellen, Kontakt mit Handwerkern, Ärzten, anderen wichtigen Dienstleistern oder Freunden, Bekannten und Verwandten herstellen zu können. Diese Kommunikationsgrundlagen dürfen gerade für diese wichtige Zielgruppe nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt und gefährdet werden.

>> Teilnehmerverzeichnisse in Printform machen nach wie vor Sinn

Teilnehmerverzeichnisse gerade jetzt in einer Phase des digitalen Wandels ohne zwingenden Grund nicht mehr als UDL einzustufen, könnte eine weitere negative Entwicklung für deren Anbieter beschleunigen und zudem gerade von den OTT als Zeichen verstanden werden, die bereits jetzt bei ihnen vorhandenen Daten entsprechend zu nutzen, damit neue Geschäftsmodelle aufzusetzen und zu Lasten der KMU und der Verbraucher neue Bundleangebote und Markteintrittsbarrieren zu errichten. So würde ein weiterer erheblicher Teil der Wertschöpfungskette dorthin abfließen und so zu einer weiteren Stärkung der OTT-Dienste führen und zudem die bewusst herbeigeführte Trennung der Märkte des Verzeichnisses und der Auskunft vom Geschäft der Carrier konterkarieren.

Der [vdav] setzt sich darüber hinaus dafür ein, auch weitere Anbieter von Telemediendiensten wie insbesondere die Dienste des Konzerns Facebook, der mit seinen Services Silos geschaffen hat, durch deren Netzwerkeffekte dem Nutzer keine Auswahlmöglichkeit alternativer Dienste sinnvoll möglich sind, gleichen Rahmenbedingungen zu unterziehen und ein level playingfield für alle Marktteilnehmer sicher zu stellen. Wir plädieren hier für eine Erweiterung der Universaldienstleistung, um das Grundrecht auf Gefundenwerden auch für diese Kommunikationsdienste bindend zu gestalten.

>> Teilnehmerverzeichnisse als Universaldienst wirken gegen globale Netzwerkeffekte der großen Ökosysteme

Es sollte daher im unmittelbaren Interesse aller politischen Entscheider stehen, das Standing der Anbieter von Teilnehmerverzeichnissen nicht durch unnötige Einschnitte weiter zu verschlechtern, sondern diese unverzichtbaren Services zu unterstützen, um die Wertschöpfung innerhalb des Landes zu stärken und nicht durch die Streichung der UDL mittelbar zu einer unter Umständen dramatischen Einschränkung der Wettbewerbssituation für KMU und Verbraucher beizutragen.

>> Stärkung der lokalen Struktur bei Angeboten lokaler KMU

Teilnehmerverzeichnisse, die in Deutschland von rund 120, meist mittelständisch geprägten, oft familiengeführten Medienunternehmen als Offline- und Digital-Angebote zur Verfügung gestellt werden, erfüllen aus unserer Sicht nach wie vor eine unverzichtbare und zwingend notwendige Aufgabe zur Sicherung der Kommunikation auch und gerade außerhalb geschlossener Netzwerke oder Angebote von OTT und damit einen immer noch absolut notwendigen Grundversorgungsauftrag. Rund 10.000 Arbeitsplätze in den etablierten Unternehmen und bei deren Dienstleistern und vor allem die rund 30 Milliarden Euro Umsatz, die über Teilnehmerverzeichnisse an die lokalen KMU vermittelt werden, werden durch eine Streichung der UDL akut ohne tatsächliche Notwendigkeit gefährdet.

>> Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und damit lokaler Steuereinnahmen und Arbeitsplätze

In dieser schwierigen Situation halten wir eine Streichung der Teilnehmerverzeichnisse als UDL daher für absolut unangebracht und schlagen vor, sie vorerst noch als UDL beizubehalten und die Gesamtsituation nach einem Zeitraum von drei oder vier Jahren einer erneuten Überprüfung zu unterziehen.

Nicht zuletzt aus Gründen der Nachhaltigkeit möchten wir allerdings zudem vorschlagen, von der generellen Verpflichtung zur Vorhaltung eines gedruckten Verzeichnisses abzurücken und stattdessen in § 78 Abs. 2 Ziff. 3 eine alternative Absicherung durch ein gedrucktes oder digitales öffentliches Teilnehmerverzeichnis vorzusehen.

[vdav] Positionen zur anstehenden Novelle des Telekommunikationsgesetzes

Studie: Instagram erreicht erstmals ein größeres Publikum als Facebook

Laut einer vom Social-Media-Marketing-Unternehmen Socialbakers veröffentlichten Studie hat Instagram im Vierten Quartal 2019 Facebook in Sachen Reichweite erstmals übertroffen. Auch in Sachen Engagement hatte Instagram zuletzt die Nase vorn. Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie. weiter

Telegramm übertrumpft WhatsApp

Das Update auf Version 5.15 erweitert Telegram um einige coole Features. Unter anderem bekommt die "Leute in der Nähe"-Funktion neue Optionen spendiert. weiter

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Wenn es um die einfache, schnelle und übersichtliche Navigation mit dem Smartphone geht, konnte sich Google Maps im Bezug auf Nutzerzahlen mit reichlich Abstand vor Apple Maps platzieren. Das will Apple allerdings längst ändern. Nun sind ein neues und praktisches Feature auch in Deutschland verfügbar. weiter

Online-Bewertungen: Wie aussagekräftig sind sie wirklich?

Vertrauenswürdige Portale und Händler haben kein Interesse daran, Fake-Bewertungen zu veröffentlichen, denn das schädigt den Ruf. Unseriöse Portale fördern dagegen positive Bewertungen, um bei Werbepartnern relevant zu wirken oder das eigene Image aufzubessern. weiter

Vodafone löscht Marke Unitymedia

Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia war vom Telekommunikationskonzern Vodafone übernommen worden. Die beiden Unternehmen hatten bereits ihre Angebote gebündelt, künftig wird Unitymedia dann auch als Marke nicht mehr präsent sein, wie Vodafone ankündigte. Für die Kunden soll sich außer dem Namen aber nichts ändern. weiter

Vodafone und Telekom teilen sich künftig das Netz

Wie die Telekom und Vodafone bekanntgegeben haben, wollen die beiden Anbieter in Zukunft ein gemeinsames Netz bilden und nutzen. "Mit der geplanten Kooperation können wir einen wichtigen Beitrag zu einer besseren und unterbrechungsfreien LTE-Versorgung in Deutschland leisten", verrät Telekom Deutschland-Chef Dirk Wössner. weiter

Whatsapp knackt 2-Milliarden-Marke

Knapp elf Jahre nach der Gründung hat Facebook-Tochter Whatsapp die Marke von zwei Milliarden Nutzern geknackt. Damit ist etwa jeder vierte Mensch auf der Plattform aktiv. weiter

Nutzerstudie 2019/2020 – Überragender Vertrauenswert für Verzeichnismedien

-    Print sinkt nur leicht, digitale Nutzung steigt weiter

In Zeiten, in denen sich viele Menschen fragen, ob man Informationen Glauben schenken kann, in denen Fake-News und „alternative Wahrheiten“ viele Diskussionen beherrschen, ist Vertrauen zu einer hoch geschätzten, in den letzten Jahren stark im Wert gestiegenen Währung geworden.

Nach dem jüngst erschienenen Edelmann Trust Barometer, einer jährlich erhobenen Studie zu Vertrauen in Regierungen, Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Wirtschaft und Medien, die in diesem Jahr zum 20. Mal durchgeführt wurde und von der US-Marktforschungsfirma Edelman Intelligence entwickelt wurde, vertrauen gerade einmal 60 % der Menschen den traditionellen Medien. Immerhin 59 % vertrauen den Ergebnissen im Bereich „Search“, nur noch 34 % den sozialen Medien.

Aber es gibt sie noch - die Leuchttürme, denen Menschen tatsächlich fast voll und ganz vertrauen: 86,8 % der erwachsenen Deutschen vertrauen nach der jüngsten vom Marktforschungsinstitut IPSOS durchgeführten repräsentativen Studie zur Nutzung von Verzeichnismedien den Informationen, die sie in Telefon- und Branchenverzeichnissen als Buch, online oder mobiles Angebot, finden.

Die von den Branchenverbänden [vdav] und vft in diesem Jahr zum 20. Mal in Auftrag gegebenen Studie enthält etliche weitere hochinteressante Ergebnisse, die so gar nicht zu vielen in der Öffentlichkeit fälschlicherweise kolportierten Vorurteilen zu dieser Mediengattung passen. Durchschnittlich immer noch fast 48 % der Deutschen nutzen tatsächlich (auch) die gedruckten Verzeichnisse, 53,1 % suchen online und 48,3 % nutzen mobile Angebote, um Kommunikationsadressen von Privatpersonen und potentiellen Geschäftspartnern zu finden. Nur sechs Prozent gaben an, die Verzeichnisse gar nicht, sondern andere Informationsquellen zu nutzen. weiter

Fusion von T-Mobile und Sprint kann beginnen

Die US-Mobilfunker T-Mobile und Sprint haben ihren wettbewerbsrechtlich umstrittenen Zusammenschluss vor US-Gericht durchgesetzt. Das ist auch für den Telekom-Konzern aus Bonn ein großer Erfolg. Die Unternehmen hatten ihren Zusammenschluss bereits im April 2018 vereinbart. weiter

Festnetzminuten sinken, Datenvolumen steigt

Der Trend, dass die Deutschen immer weniger über Festnetz telefonieren hält weiter an. Während die Mobilminuten nur stetig leicht steigen, schnellt der Gesamtverbrauch an Datenvolumen in die Höhe. weiter

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Die Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau warnt vor betrügerischen Rechnungen für den Eintrag ins Verpackungsregister. weiter

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Bei der Auskunftsnummer 11830 wurden Anrufer intransparent weitervermittelt, weshalb die Bundesnetzagentur die Abschaltung anordnet. weiter

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Regelmäßig listet das "BrandZ"-Ranking von Kantar die wertvollsten Marken auf. Die deutschen Top 50 kommen auf einen Gesamtwert von 336 Milliarden US-Dollar und bilden damit das mit Abstand wertvollste Länder-Ranking in Europa. weiter

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Die Sparkasse warnt aktuell vor einer betrügerischen E-Mail. Die Empfänger werden darin aufgefordert, ihre persönlichen Nutzerdaten zu bestätigen, um weiterhin Online-Banking nutzen zu können. Doch Vorsicht: Die Daten landen direkt bei Betrügern. weiter

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Twitter hat angekündigt, verstärkt gegen Deepfakes vorgehen und diese im Zweifel sogar löschen zu wollen. Das soll für besonders schwere und gefährliche Manipulationen gelten. weiter

Urteil: Googles Gmail ist kein Telekommunikationsdienst

Google muss seinen E-Mail-Dienst Gmail nicht als Telekommunikationsdienst anmelden, entschied das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen in Münster. weiter

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Achtung: Polizei warnt vor Welle gefälschter Abmahnungen

Das Landeskriminalamt Niedersachsen warnt derzeit vor gefälschten Mahnschreiben, die augenscheinlich von echten Rechtsanwälten stammen. weiter

TCL stellt den Verkauf der Android-Smartphones BlackBerry ein

Zum 31. August stellt der chinesische Konzern TCL den Verkauf der Android-Smartphones unter der BlackBerry-Marke ein. Auf Twitter teilte der Konzern mit, dass man dann keine Rechte mehr zur Herstellung oder zum Verkauf hat. Damit erschien mit dem BlackBerry Key2 LE wohl das letzte Gerät mit der typischen Tastatur, falls nicht BlackBerry selbst oder ein neuer Lizenznehmer einspringen. weiter

Über 130 Länder arbeiten an Digitalsteuer für Internetriesen

Die internationale Debatte um eine gerechte Besteuerung von Digitalkonzernen wie Facebook, Google und Co. nimmt immer größere Ausmaße an. Nun arbeiten bereits 130 Länder an einer entsprechenden Steuer. weiter

Studie: So wichtig ist Social Media für den Kundenservice

Facebook, Twitter und Co. werden immer wichtiger – auch für den Kundenservice. Eine neue Studie zeigt jetzt die Relevanz von Social Media für den Kundenservice. weiter

Achtung: Fallen Sie nicht auf die dreiste Masche rein!

Wenn Sie plötzlich Anrufe von Google-Mitarbeitern erhalten, kann das eine Falle sein. Teils erfolgen die Anrufe von Handynummern, aber auch gefälschte Festnetzrufnummern werden immer wieder verwendet. weiter